Versatel erhöht Ziele für 2008
DPA - Donnerstag, 14. August, 10:05 Uhr
Düsseldorf (dpa) - Der Telekomanbieter Versatel hat sein Ergebnis im zweiten Quartal deutlich gesteigert und die Prognose erhöht. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) wuchs um 68,2 Prozent auf 65,1 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte.
Der Umsatz kletterte um 29,1 Prozent auf 211 Millionen Euro, während unerwartet ein Überschuss von 7,9 Million Euro anfiel. Im vergangenen Jahr war ein Fehlbetrag von 56,6 Millionen Euro angefallen.
Nach dem Gewinnsprung hob Versatel die Erwartung für 2008 an. Für das laufende Jahr rechnet Vorstandschef Peer Knauer nun mit einem Umsatz von 760 bis 770 Millionen Euro und einem EBITDA von 210 bis 220 Millionen Euro.
Hintergrund: Freenet AG
DPA - Freitag, 8. August, 15:34 Uhr
Hamburg (dpa) - Der Telefon-Dienstleister Freenet aus dem schleswig-holsteinischen Büdelsdorf wächst durch die gerade abgeschlossene Übernahme des Mobilfunkunternehmens Debitel zum drittgrößten Handy-Anbieter in Deutschland.
Mit rund 19 Millionen Kunden wird Freenet nur von T-Mobile und Vodafone übertroffen - im wichtigen DSL-Markt hängt die Gesellschaft aber weiter hinter der Konkurrenz zurück. Im Gegensatz zu diesen Wettbewerbern hat Freenet kein eigenes Mobilfunknetz, sondern vermittelt lediglich Verträge.
Mit der Übernahme der doppelt so großen Debitel verhinderte Freenet eine Zerschlagung des eigenen Unternehmens (früher mobilcom AG). Die beiden Großaktionäre United Internet und Drillisch drängen seit Monaten auf eine Ablösung der Freenet-Führung um Konzernchef Eckhard Spoerr, um den Konzern in eine Festnetz- und eine Mobilfunksparte aufzuspalten.
Durch den Debitel-Coup erhielt der im TecDax notierte Konzern mit seinen 7000 Beschäftigten einen neuen Großaktionär, den Finanzinvestor Permira, der 24,99 Prozent hält. Größte Aktionäre bleiben aber die Spoerr-Gegner United Internet und Drillisch mit jeweils 25,9 Prozent.
Neben den zuletzt unruhigen Zeiten muss das Unternehmen schlechte Zahlen verkraften. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) schrumpfte im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr von 70,5 Millionen auf 53,7 Millionen Euro.
Der Umsatz sackte von 467 Millionen auf 435 Millionen Euro ab. Damit verfehlte das Unternehmen die Erwartungen deutlich. Die Zahl der DSL-Kunden verringerte sich im zweiten Quartal um 90 000 auf 1,10 Millionen, während die der Handy-Nutzer - noch ohne die debitel- Kunden - um 170 000 auf 5,98 Millionen anzog.
DSL-Anbieter Hansenet führt offenbar Fusionsgespräche
AFP - Donnerstag, 7. August, 19:16 Uhr
Berlin (AFP) - Der DSL-Anbieter Hansenet, der unter dem Namen Alice auftritt, führt einem Zeitungsbericht zufolge Gespräche über eine Fusion mit seinem Konkurrenten Versatel. Der neue Hansenet-Chef Carlos Lambarri plane unter Umständen aber auch einen Verkauf des Unternehmens, berichtet die "Welt" unter Berufung auf Branchenkreise. Mit Versatel strebt Hansenet demnach eine "Fusion unter Gleichen" an. Käme diese nicht zustande, stünde die spanische Telefónica als Käufer bereit. Hansenet gilt als angeschlagen.
Telefónica ist in Deutschland mit dem Mobilfunkanbieter O2 vertreten. Außerdem betreibt Telefónica hierzulande eine Festnetz-Infrastruktur, die Hansenet bereits nutzt.
Lambarri, der vor seinem Wechsel nach Deutschland für den Mutterkonzern Telecom Italia die französische Alice verkauft hatte, soll nun auch bei Hansenet einen Sparkurs eingeschlagen haben. So fuhr er laut "Welt" die Kapazitäten für den telefonischen Kundenservice stark zurück und kürzte die Investitionen für ein Glasfaser-Hochgeschwindigkeitsnetz drastisch. Auf diese Weise wolle der Manager schnellstmöglich die Profitabilität und damit die Attraktivität von Hansenet für mögliche Käufer steigern, schreibt das Blatt.