Internet ohne Festnetz: Welche Tarife es 2026 wirklich gibt
Viele Haushalte telefonieren längst nur noch mobil und wollen für eine Festnetz-Flat nichts mehr zahlen. Internet ohne Festnetz ist 2026 auf mehreren Wegen möglich – über einen reinen Internettarif an der festen Leitung, über Kabel und Glasfaser oder komplett kabellos per Mobilfunkrouter. Rechnen Sie mit rund 20 Minuten für Verfügbarkeitscheck und Tarifvergleich, bevor Sie bestellen.
Kurz erklärt
Internet ohne Festnetz meint in der Praxis zweierlei: entweder einen Anschluss ohne Telefonie-Flatrate und ohne Rufnummer, oder Internet ganz ohne feste Leitung über das Mobilfunknetz. Technisch nutzt DSL weiterhin die Telefonleitung im Haus, seit der Umstellung auf All-IP ist der Telefondienst dort aber nur noch eine buchbare Option und kein Zwang mehr. Ohne jede Leitung funktionieren LTE- und 5G-Router, die eine SIM-Karte statt einer Telefondose verwenden. Kabel- und Glasfaseranschlüsse benötigen ohnehin keinen aktiven Telefonanschluss der Telekom. Wer auf die Rufnummer verzichtet, spart je nach Anbieter allerdings weniger als erwartet – prüfen Sie deshalb immer beide Varianten im Verfügbarkeits- und Tarifcheck.
Internet ohne Festnetz: diese drei Wege gibt es
1. Internet-only-Tarife an der festen Leitung
Bei DSL, Kabel und Glasfaser buchen Sie einen Tarif, der ausschließlich den Internetzugang enthält. Eine Telefondose oder ein Hausanschluss muss zwar vorhanden sein, ein Telefonvertrag jedoch nicht. Der Router bleibt derselbe, es wird lediglich keine Rufnummer eingerichtet. Ob ein Anbieter diese Variante an Ihrer Adresse anbietet, zeigt der Verfügbarkeitscheck – nicht jeder Tarif ist in jedem Netz als reine Internetvariante buchbar.
2. Kabel und Glasfaser ohne Telekom-Leitung
Kabelanschlüsse laufen über das TV-Koaxialnetz, Glasfaser über eine eigene Faser bis ins Gebäude. Beide Techniken sind vom klassischen Telefonnetz unabhängig. Sie brauchen also weder einen bestehenden Telekom-Anschluss noch eine aktive Telefonleitung. Bei Kabel entscheidet der Ausbau im Haus, bei Glasfaser der Ausbaustand in Ihrer Straße – in gut ausgebauten Städten stehen häufig beide Optionen zur Wahl, siehe zum Beispiel unsere Übersicht zu Glasfaser in Berlin.
3. Mobiles Internet per LTE- oder 5G-Router
Ein Mobilfunkrouter (oft als Homespot, Speedbox oder Cube vermarktet) stellt die Verbindung über das Handynetz her und braucht überhaupt keine Leitung. Das ist die einzige echte Variante ohne jeden Festnetzanschluss und eignet sich für Übergangswohnungen, Ferienhäuser oder Adressen ohne brauchbaren Festnetzausbau. Achten Sie hier besonders auf das enthaltene Datenvolumen, auf die Netzabdeckung an Ihrer Adresse und darauf, dass Latenz und Stabilität schwanken können.
In 7 Schritten zum Anschluss ohne Festnetz
- Bedarf klären. Notieren Sie, wie viele Personen und Geräte gleichzeitig online sind und ob Homeoffice, Videocalls oder Streaming in hoher Auflösung dazukommen. Halten Sie fest, ob Sie wirklich keine Rufnummer mehr benötigen – etwa für Behörden, Handwerker oder Alarmanlagen.
- Verfügbarkeit prüfen. Geben Sie Straße, Hausnummer und gegebenenfalls Wohnungsnummer in den Verfügbarkeitscheck ein. Prüfen Sie mehrere Netze, da DSL, Kabel und Glasfaser getrennte Datenbanken haben. Eine ausführliche Anleitung finden Sie unter DSL-Verfügbarkeit prüfen.
- Technik festlegen. Entscheiden Sie anhand des Ergebnisses zwischen fester Leitung und Mobilfunk. Liegt Glasfaser oder Kabel an, ist die feste Leitung in aller Regel die stabilere Wahl.
- Internet-only gegen Kombitarif rechnen. Vergleichen Sie die Gesamtkosten über die volle Vertragslaufzeit inklusive Anschlussgebühr, Routermiete und Rabattphasen. Kombitarife mit Telefonie sind in Aktionszeiträumen gelegentlich günstiger als der reine Internettarif.
- Router prüfen. Klären Sie, ob Sie den Anbieter-Router mieten, kaufen oder ein eigenes Gerät nutzen. Für Kabel und Glasfaser brauchen Sie ein passendes Modell; ein reiner DSL-Router funktioniert dort nicht.
- Bestellen und Termin abstimmen. Buchen Sie den Tarif und legen Sie das Wunschdatum so, dass es nach dem Ende Ihres alten Vertrags liegt oder direkt daran anschließt. Wechseln Sie von einem bestehenden Anschluss, hilft unsere Anleitung zum Internetanbieter wechseln.
- Einrichten und messen. Schließen Sie den Router an, aktualisieren Sie die Firmware und messen Sie die Geschwindigkeit per LAN-Kabel. Weicht das Ergebnis dauerhaft stark von der Vertragszusage ab, dokumentieren Sie die Messungen und melden Sie das dem Anbieter.
Jetzt Verfügbarkeit und Tarife an Ihrer Adresse prüfen
Häufige Fehler und Sonderfälle
Annahme, DSL brauche gar keine Leitung mehr. Ein DSL-Anschluss ohne Telefonvertrag läuft trotzdem über die Kupferleitung und die Telefondose in der Wohnung. Fehlt die Dose oder ist sie defekt, wird ein Technikertermin nötig.
Datenvolumen beim Mobilfunkrouter unterschätzt. Streaming und Cloud-Backups verbrauchen schnell mehrere hundert Gigabyte im Monat. Prüfen Sie vor der Bestellung, ob der Tarif ein Volumenlimit hat und was nach dessen Ausschöpfung passiert.
Rufnummer voreilig aufgegeben. Eine Portierung ist nur zum Vertragsende und nur zu einem Anschluss möglich, der Telefonie unterstützt. Wer auf Internet ohne Festnetz umsteigt, verliert die alte Nummer in der Regel endgültig. Alternativ lässt sich die Nummer vorab zu einem VoIP-Dienst portieren – klären Sie das vor der Kündigung.
Notruf und Alarmanlage nicht bedacht. Ohne Festnetztelefonie steht kein leitungsgebundener Notruf zur Verfügung. Ältere Hausnotruf- oder Alarmsysteme, die auf eine analoge Telefonleitung setzen, funktionieren dann nicht mehr.
Umzug. Ist am neuen Wohnort dieselbe Leistung nicht verfügbar, kann ein Sonderkündigungsrecht greifen. Prüfen Sie das, bevor Sie einen neuen Vertrag abschließen.
Anbieterspezifische Hinweise
Telekom: Die MagentaZuhause-Tarife sind als Komplettpakete mit Telefonie ausgelegt. Wer ganz ohne Leitung auskommen will, findet bei der Telekom stattdessen mobile Router-Lösungen. Die aktuellen Optionen listen wir unter Telekom MagentaZuhause Angebote.
Vodafone: Im Kabelnetz ist der Anschluss vom Telefonnetz unabhängig; die GigaZuhause-Tarife enthalten meist eine Telefonie-Option, die Sie nicht nutzen müssen. Für den leitungslosen Betrieb gibt es zusätzlich einen Mobilfunk-Router.
1&1: DSL- und Glasfasertarife werden überwiegend als Paket mit Telefonie vertrieben. Ob eine reine Internetvariante buchbar ist, zeigt der Verfügbarkeitscheck für Ihre Adresse.
o2: Neben den o2-Home-Tarifen für DSL, Kabel und Glasfaser gibt es mobile Homespot-Angebote, die ohne Festnetzanschluss auskommen.
PŸUR: Der Kabelanbieter trennt Internet und Telefonie deutlich: Neben den Kombipaketen stehen reine Internettarife zur Wahl, etwa PŸUR Speed 250. Einen Überblick über das gesamte Portfolio bietet unsere Seite zu den PŸUR Angeboten für Neukunden.
EWE: Der regionale Anbieter im Nordwesten kombiniert DSL und Glasfaser üblicherweise mit Telefonie. Die Verfügbarkeit ist auf das Ausbaugebiet begrenzt.
Congstar: Neben Festnetzpaketen im Telekom-Netz bietet Congstar mobile Internetlösungen an, die ohne Leitung im Haus auskommen.
Welche Tarife und Konditionen an Ihrer Adresse tatsächlich gelten, ändert sich laufend. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf Werbeaussagen, sondern auf das Ergebnis des Verfügbarkeitschecks und die Vertragsunterlagen des Anbieters.
Häufige Fragen
Gibt es DSL wirklich ohne Telefonanschluss?
Ja, aber nur ohne Telefonvertrag. Die DSL-Verbindung läuft weiterhin über die Kupferleitung und die Telefondose in der Wohnung. Ein separater Telefonanschluss bei einem anderen Anbieter ist seit der Umstellung auf All-IP nicht mehr nötig.
Ist Internet ohne Festnetz günstiger?
Nicht zwangsläufig. Viele Anbieter bündeln Internet und Telefonie zu einem Preis, sodass der Verzicht auf die Rufnummer kaum etwas spart. Rechnen Sie beide Varianten über die gesamte Laufzeit durch, inklusive Anschlussgebühr und Rabattphasen.
Reicht ein 5G-Router als dauerhafter Internetanschluss?
Für kleine Haushalte mit moderatem Verbrauch kann das funktionieren. Bei mehreren Nutzern, Homeoffice oder häufigem Streaming ist eine feste Leitung meist stabiler, weil Mobilfunk sich die Kapazität einer Funkzelle mit allen anderen Nutzern teilt.
Kann ich meine Rufnummer behalten, wenn ich zu Internet ohne Festnetz wechsle?
Nur, wenn Sie sie zu einem Anschluss oder Dienst portieren, der Telefonie unterstützt. Wechseln Sie auf einen reinen Internettarif, geht die Rufnummer in der Regel verloren. Die Portierung muss vor Ablauf des alten Vertrags beauftragt werden.
Brauche ich für Kabel-Internet einen TV-Vertrag?
Nein. Der Kabelanschluss dient als Übertragungsweg; ein TV-Paket ist optional. Voraussetzung ist lediglich eine nutzbare Multimediadose in der Wohnung.
Was passiert mit dem Notruf ohne Festnetz?
Der Notruf ist dann nur noch über das Mobiltelefon möglich. Wer auf einen Hausnotruf oder eine Alarmanlage mit Telefonleitung angewiesen ist, sollte vor dem Wechsel mit dem jeweiligen Dienstleister klären, ob das System auch über Mobilfunk oder IP arbeitet.