Rufnummer mitnehmen beim Anbieterwechsel: So klappt die Portierung
Beim Wechsel des Internet- und Telefonanbieters soll die alte Festnetznummer meist erhalten bleiben. Das ist gesetzlich vorgesehen und in der Praxis Routine – vorausgesetzt, Sie stellen den Portierungsauftrag rechtzeitig und kündigen nicht selbst vorab. Der Aufwand liegt bei rund 15 Minuten Formulararbeit, der Rest läuft zwischen den Anbietern ab.
Kurz erklärt
Die Rufnummernmitnahme (Portierung) überträgt Ihre bestehende Festnetznummer vom alten zum neuen Anbieter. Sie beauftragen die Portierung direkt bei der Bestellung des neuen Tarifs – der neue Anbieter übernimmt dann Kündigung und Umschaltung im sogenannten Anbieterwechselverfahren. Wichtig: Kündigen Sie den alten Vertrag nicht eigenständig, sonst kann die Nummer vorzeitig verfallen. Eine Festnetznummer lässt sich nur innerhalb desselben Ortsnetzbereichs mitnehmen; bei einem Umzug in eine andere Vorwahl ist die Mitnahme technisch nicht vorgesehen. Nach dem Telekommunikationsgesetz (TKG) darf die Versorgungsunterbrechung beim Anbieterwechsel maximal einen Kalendertag betragen.
Rufnummer mitnehmen: Anleitung in 7 Schritten
- Bestandsdaten sammeln. Notieren Sie Kundennummer, Vertragsnummer, die vollständige Rufnummer mit Vorwahl und den exakten Anschlussinhaber beim alten Anbieter. Diese Angaben müssen später zeichengenau übereinstimmen.
- Ortsnetzbereich prüfen. Klären Sie, ob die neue Adresse im selben Vorwahlbereich liegt. Nur dann ist die Mitnahme möglich. Bei einem reinen Anbieterwechsel ohne Umzug entfällt diese Prüfung.
- Neuen Tarif mit Portierungsoption bestellen. Im Bestellprozess gibt es einen Abschnitt „Rufnummernmitnahme“ oder „Bestehende Rufnummer übernehmen“. Wählen Sie dort aus, welche Nummern übernommen werden sollen – meist bis zu drei je Anschluss.
- Portierungserklärung unterschreiben. Der neue Anbieter stellt eine Vollmacht bereit, mit der er den alten Vertrag kündigen und die Nummer anfordern darf. Ohne diese Erklärung startet der Prozess nicht.
- Alten Vertrag nicht selbst kündigen. Die Kündigung übernimmt der neue Anbieter zum passenden Termin. Eine eigene Kündigung führt häufig dazu, dass die Nummer vor der Umschaltung freigegeben und gelöscht wird.
- Schalttermin bestätigen und Router vorbereiten. Sie erhalten einen konkreten Termin für die Umschaltung. Halten Sie an diesem Tag die neuen Zugangsdaten bereit und schließen Sie den Router erst an, wenn der Anschluss freigeschaltet ist.
- Nummer nach der Umschaltung testen. Rufen Sie sich selbst vom Mobiltelefon aus an und prüfen Sie zusätzlich, ob ausgehende Anrufe die richtige Nummer übermitteln. Fehler melden Sie sofort dem neuen Anbieter.
Fristen und realistischer Zeitplan
Planen Sie den Wechsel so, dass der Portierungsauftrag deutlich vor dem gewünschten Umschalttermin vorliegt. Üblich ist ein Vorlauf von mehreren Wochen, weil der alte Anbieter die Nummer bestätigen und einen Freigabetermin nennen muss. Läuft der Altvertrag noch, wird in der Regel zum nächstmöglichen ordentlichen Kündigungstermin umgeschaltet.
Ist der alte Vertrag bereits beendet, ist die Mitnahme nicht automatisch verloren: Der Anspruch auf Rufnummernmitnahme besteht nach den Vorgaben des TKG auch noch für einen Zeitraum nach Vertragsende. Warten Sie damit trotzdem nicht – je länger die Nummer inaktiv ist, desto wahrscheinlicher wird sie neu vergeben. Aktuelle Details zu Rechten beim Anbieterwechsel veröffentlicht die Bundesnetzagentur. Stand: 30.08.2026
Wie der gesamte Wechsel abläuft, lesen Sie im ausführlichen Leitfaden Internetanbieter wechseln.
Häufige Fehler bei der Portierung
- Selbst gekündigt. Der klassische Fehler. Ohne laufenden Vertrag fehlt dem neuen Anbieter die Grundlage, die Nummer anzufordern.
- Abweichende Anschlussdaten. Ein zusätzlicher Vorname, ein alter Nachname nach Heirat oder eine geänderte Hausnummer führen zur Ablehnung. Übernehmen Sie die Schreibweise exakt von der letzten Rechnung.
- Umzug in eine andere Vorwahl. Die Nummer bleibt an den Ortsnetzbereich gebunden. Wer die Stadt wechselt, erhält eine neue Rufnummer.
- Zu viele Nummern beantragt. Viele Anschlüsse erlauben nur eine begrenzte Zahl übernommener Rufnummern. Legen Sie vorab fest, welche Nummer wirklich gebraucht wird.
- Offene Forderungen. Unbezahlte Rechnungen beim alten Anbieter können den Prozess verzögern.
- Zu knapper Vorlauf beim Umzug. Wer erst nach dem Einzug bestellt, hat Nummer und Anschluss oft wochenlang nicht parallel verfügbar.
Hinweise zu den einzelnen Anbietern
Der Ablauf ist bei allen Anbietern ähnlich, die Formulare unterscheiden sich aber im Detail. Prüfen Sie vor der Bestellung immer den Verfügbarkeits- und Tarifcheck für Ihre Adresse.
- Telekom: Die Rufnummernmitnahme ist in den Bestellstrecken für MagentaZuhause integriert; die Portierungserklärung wird direkt im Auftrag abgefragt. Eine Übersicht der Tarife finden Sie unter Telekom Magenta Angebote.
- Vodafone: Sowohl im Kabel- als auch im DSL-Netz möglich. Bei Kabelanschlüssen wird die Nummer erst mit der Aktivierung der Telefonie geschaltet, was einige Tage nach dem Internetstart liegen kann. Ein Beispiel für einen Kabeltarif ist Vodafone GigaZuhause 250 Kabel.
- 1&1: Der Portierungswunsch wird im Bestellprozess abgefragt; bei Wechseln innerhalb desselben Netzbetreibers verläuft die Umschaltung meist ohne spürbare Unterbrechung.
- o2: Die Portierung wird gemeinsam mit dem Anschlussauftrag eingereicht. Achten Sie darauf, den Auftrag nicht parallel zu einer eigenen Kündigung zu stellen.
- PŸUR: Regionaler Kabelnetzbetreiber. Die Mitnahme ist nur möglich, wenn der Anschluss im selben Ortsnetzbereich liegt – bei einem Umzug innerhalb des Versorgungsgebiets vorab klären.
- EWE: Regional im Nordwesten aktiv. Bei einem Wechsel von DSL auf Glasfaser innerhalb desselben Hauses bleibt die Nummer in der Regel erhalten.
- Congstar: Nutzt das Telekom-Netz. Der Portierungsprozess folgt daher demselben Ablauf wie bei der Telekom.
Wenn Sie zusätzlich die Anbieterlage an Ihrem Wohnort einschätzen möchten, hilft die Übersicht Internet zuhause in Hamburg als Beispiel für einen regionalen Vergleich.
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Häufige Fragen
Kostet die Rufnummernmitnahme etwas?
Ein Entgelt ist zulässig, muss aber nach den gesetzlichen Vorgaben angemessen bleiben und darf den Wechsel nicht verhindern. Viele Anbieter verzichten inzwischen darauf. Da sich Konditionen ändern, prüfen Sie den aktuellen Preis im Bestellprozess des jeweiligen Anbieters, bevor Sie unterschreiben.
Wie lange dauert die Portierung?
Der Portierungsvorgang selbst ist am Schalttag eine Sache von Stunden. Der Vorlauf bis zum Termin richtet sich nach der Restlaufzeit des Altvertrags und der Bestätigung durch den bisherigen Anbieter und kann mehrere Wochen betragen.
Kann ich die Rufnummer bei einem Umzug behalten?
Nur wenn die neue Adresse im gleichen Ortsnetzbereich liegt. Wechseln Sie die Vorwahl, wird eine neue Rufnummer vergeben. Innerhalb einer Stadt oder eines Vorwahlgebiets ist die Mitnahme dagegen der Normalfall.
Was passiert, wenn der Anschluss ausfällt?
Nach dem Telekommunikationsgesetz darf die Unterbrechung beim Anbieterwechsel maximal einen Kalendertag dauern. Dauert der Ausfall länger, bestehen Ansprüche gegenüber dem Anbieter. Melden Sie die Störung schriftlich und dokumentieren Sie den Zeitpunkt.
Kann ich mehrere Rufnummern mitnehmen?
In der Regel lassen sich mehrere Rufnummern eines Anschlusses übertragen, meist bis zu drei. Die genaue Zahl legt der neue Anbieter fest und weist sie im Bestellprozess aus.
Was tun, wenn die Portierung abgelehnt wurde?
Meist liegt es an abweichenden Bestandsdaten. Fordern Sie beim alten Anbieter die hinterlegten Vertragsdaten an, korrigieren Sie die Angaben und reichen Sie den Portierungsauftrag erneut ein.